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Jörg Baberowski

Am Volk vorbei

  • Zur Krise der liberalen Demokratie
Angebot25,00 €

Alle reden von der Demokratie und ihrer Krise. Aber was meinen wir eigentlich, wenn wir von der Demokratie sprechen?

Jörg Baberowski erinnert an ihre große Stärke: daß sie politische Gegner nicht zu Todfeinden werden lässt, weil auch der Unterlegene darauf hoffen darf, bei den nächsten Wahlen zu triumphieren.

Eine Demokratie, die sich vor den Leidenschaften des Volkes fürchtet und den Raum des Politischen verengt, beraubt sich dieser Kraft. Wenn wir unsere Freiheit bewahren wollen, müssen wir die Souveränität über unsere Entscheidungen zurückgewinnen. Denn sonst werden die Anwälte der autoritären Ordnung leichtes Spiel haben, uns einzureden, daß die Diktatur die eigentliche Demokratie sei.

Überall müssen diejenigen, die sich auf das Volk berufen, dem kritischen Blick derer standhalten, die sie vertreten wollen. Im Modell der Repräsentation ist der Populismus daher als Möglichkeit immer schon enthalten. Der laut vorgetragene Widerspruch aber ist nicht bloß eine unanständige Regung des «Pöbels», sondern ein Hinweis darauf, dass viele Menschen sich nicht gesehen und vertreten fühlen. Der Populismus ist ein Schmerzensschrei, der nach Aufmerksamkeit verlangt. In diesem Sinn ist er auch eine Belebung der Demokratie.

Wer unbequeme Meinungen nicht hören will und sie pauschal ausgrenzt, beraubt die Demokratie ihrer größten Stärke: dass sie es uns erlaubt, auch im Streit mit anderen im Einklang zu sein. Wo politische Gegner einander das Existenzrecht absprechen, verwandelt sich der Andersdenkende in einen Unmenschen. Das wäre das Ende der Demokratie.

So ist dieses Buch ein Versuch, es allen und keinem Recht zu machen und den Streit der Parteien als das zu erweisen, was er ist: der eigentliche Kern der Demokratie.

Über den Autor

Jörg Baberowski

Jörg Baberowski gehört zu den profiliertesten und zugleich streitbarsten Historikern Deutschlands. Als Professor für Osteuropäische Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin beschäftigt er sich seit vielen Jahren mit den Ursachen und Dynamiken von Gewalt, Macht und politischen Ordnungen. Seine Forschung ist geprägt von einem klaren Blick auf historische Zusammenhänge – und von der Bereitschaft, etablierte Deutungen infrage zu stellen.

Über die Wissenschaft hinaus ist Baberowski eine prägende Stimme in gesellschaftspolitischen Debatten. Er ist bekannt dafür, unbequeme Positionen zu vertreten, die Widerspruch hervorrufen und zum Nachdenken zwingen. Dabei zeichnen Analysen sich durch intellektuelle Schärfe, argumentative Klarheit und den Anspruch aus, komplexe Entwicklungen verständlich zu machen, ohne sie zu vereinfachen.

Mit seinem neuen Buch „Am Volk vorbei – Zur Krise der liberalen Demokratie“ knüpft er an diese Themen an und legt eine Analyse vor, die aktuelle politische Entwicklungen in einen größeren Zusammenhang stellt und zur kritischen Auseinandersetzung einlädt.

Es richtet sich an alle, die verstehen wollen, was mit unserer Demokratie geschieht – und bereit sind, sich mit unbequemen Thesen auseinanderzusetzen.